Spatenstich in Bad Kreuzbach, September 2009

Auf zum Spatenstich in Bad Kreuznach. Da haben wir ein Wohngebiet mit 150 Grundstücken geplant - bzw. den Kanal und die Straßen. Und just heute war offizieller "Spatenstich" mit dem AG, den Anwohner,der Baufirma, den Stadtoffiziellen und uns als Planer. Eigentlich hab ich ja viel zu tun, aber nachdem ich gestern erst kurz vor Mitternacht Feierabend machte, wollte ich mir etwas Entspannung auf Arbeit gönnen.

Das neue Wohngebiet in Bad Kreuznach ist schön gelegen. Ich habe mir sagen lassen, daß es sich dort gut wandern lassen soll. Roter Sandstein an den steile Felshängen gegenüber, jede Menge Bäume auf ihnen. Die nahe plätschert im Tal vor sich hin.
Am zukünftigen Wohngeiet hatte sich schon einen Traube von Leuten eingefunden und standen dorterstmal herrum und ließen sich den starken Wind durchs Rauschehaar fahren. Die Sonne schien herab und spendete im Windschatten auch lauschige Wärme.
nach und nach trudelten alle wichtigen leute ein, Hände wurden geschüttelt, Grußformeln aussgetauscht. Kurz daurauf begannen die Ansprachen und der Himmel zog sich mit dunklen Wolken zu und es begann ungemütlicher zu werden. Der Wind wurde stärker, der Himmel zog sich zusehends die Wolkenmütze ins Gesicht und die ersten Regentropfen fielen.

Unverdrossen hielten die Offiziellen (Bürgermeister, Chef der Baufirma, Entwicklungsgesellschaft) dem stand und begaben sich bei Wind und Wetter aufs Baufeld, um dort den ersten Spatenstich zu vollführen. Die Inoffiziellen blieben beim Festzelt und beobachteten von dort aus wind- und Regentropfen geschützt das illustre Treiben der Offiziellen. Die niegelnagelneuen Spaten wurden in die Erde gestoßen, hochgehoben und der Sand mit etwas Schwung nach oben geworfen. Reporter und Journalisten aus aller Herren Länder haben sich vor ihnen postiert und machten allerlei Fotos. Einer spurtete sogar im Laufschritt um die Meute rum, um von der anderen Seite zu knipsen. Fleißig gefilmt und geknipst wurde ebenso. Das schlechte Wetter hatte seinen Höhepunkt erreicht und plötzlich sich die Lage, der Wind legte sich etwas hin, der Regen hörte auf und die Sonne kam wieder heraus. Ich flitzte also zum Ort des Geschehens hinüber, um mir die letzten Spatenstiche aus der Nähe anzusehen.
Das ist schon eine lustige Aktion so ein Spatenstich. Die Posen wollen geübt sein, schließlich sollen ja alle gleichzeitig mit Erde auf der Schippe in die Linse schauen und dabei noch frohen Herzens sein.

Dann war die Spatenstichaktion vorbei und die Sonne nahm die Wolkenmütze endgütig ab und hängte sie ans Rechen. jetzt wurde das Buffet eröffnet. Es gab Spießbraten mit reichlich Kartoffelsalat, Nudelsalat und Salat. Aber den Salat mußte man sich als erstes auf den Teller legen und danach die Nudel- oder Kartoffel(salat) darauf legen, sonst flogen die Salatblätter weg. Zumindest uns, denn wir stellten uns an einen Tisch auf der Baustelle und muß vom festzelt aus einige Meter laufen. Der Oberbauleiter der Entwicklungsgesellschaft gesellte sich zu uns und wir postierten ihn mit dem Rücken zum Wind und kaum dass er sich eindrehte, flog auch schon das erst Blatt weg und ich hatte deswegen Nudelsalatdressing an der Hand. Er meinte:
"Meine Frau sagte, ich soll mich gesund ernähren, aber Salat fliegt mir ja weg."
Der Mann ist schwer in Ordnung. Er hat ja auch in Cottbus studiert. So standen wir da rum, genossen das reichliche Mahl, ich auch noch meinen Nachschlag und die Brezel, die Anekdoten, den herrlichen Dialekt des pfälzerischen Bodengutachters (eine Mitarbeiterin von ihm kommt aus..na?! Cottbus, jawoll!). und dann ging es wieder ins Büro und ich war müde und faul.

Dazu hatten Chef und unser Bauüberwacher, mit dem ich nach Kreuznach gefahren war, Geburtstag und deswegen gab es Kuchen in der Firmenküche. Den konnte ich nat¨rlich nicht einfach so da liegen lassen. Eine Viertelstunde vor Feierabend kamen die Lebensgeister wieder zu mir. Aber ich sagte zu ihnen:
"Manno, ihr Pappnasen, nu ists aber auch zu spät! Ich mach jetzt Feierabend und fahr noch Butter und Tinte koofen".
Und als ich einkaufen war, haben sie sich doch Tatsache aus dem Staub gemacht und ich wurde wieder müde und hab mich zu Hause hingelegt.