Der Deal mit binLaden - ein Traum vom 02.10.2001


Ich sitze im Auto auf den Beifahrersitz. Es ist sonnig, die Bäume und das Gras schmücken sich im satten Grün. Die Fahrt führt uns in ein Dorf namens Glienchen, wo sich kurioserweise Osama bin Laden aufhält, bei dem ich im Auftrag von Roland Dope besorgen soll. Mich wundert es, warum er sich hier in Deutschland aufhält, vermutet ihn mittlerweile die ganze Welt doch in Afghanistan. Deswegen drängt sich mir die Frage auf, wie er nach Deutschland gekommen ist. Die ganze Welt kennt sein Gesicht, da müßte es doch unmöglich sein, bis in deutsche Provinz zu gelangen. Ich habe nicht mehr die Zeit weiter darüber nachzudenken, denn wir sind angekommen. Es ist ein beschauliches Dorf, still und grün. Wir parken unter Bäumen.

Wir steigen aus, und ich beginne mir darüber Gedanken zu machen, warum Roland nicht selber herfährt. Warum muss ich das machen? Habe ich mich leichtgläubig überreden lassen?
Das Haus auf das wir zusteuern, sitzt auf einem Natursteinsockel und ist ganz und gar mit einem leichten Schleier aus Algen und Moos besetzt. Ein hohes, ebenfalls in grün gehülltes Tor mit einer eingesetzten Tür bildet den Eingang des Hofes.

Der Schatten der Bäume legt sich schwer über Haus und Hof. Ein arabisch aussehender Mann empfängt und führt uns in das Haus und zu bin Laden. Wir gehen einen dunkelbraune Holztreppe hoch, dabei fällt mir auf, daß das Treppenhaus ebenfalls in einem leichten Grünschimmer hat. Oben angekommen wenden wir uns nach links, öffnen die Tür und betreten einen Raum.

Dort links am Fenster hinter einem ebenfalls langen, aber sehr niedrigen Tisch saß er, Osama bin Laden. Er trug in typischer Manier ein weißes Tuch und darunter amerikanische Woodland-tarnung. Der Bart wächst ihm müde aus dem Gesicht und bis zur Brust. Zwei Vertraute saßen mit ihm am Tisch. Der Mann, der uns ins Haus geführt hatte, stellte mich und mein Anliegen vor. Er berichtet:
"Er kommt im Auftrag von Roland Richter, um ein Geschäft zu machen."
Es schien geradeso als ob die beiden sich kannten. Merkwürdig. Ich beginne einen kleinen Smalltalk mit ihm, über die Situation Afghanistans etc. Schließlich komme ich zum Punkt und eröffne ihm den Zweck meines Besuches. Er gibt mir zwei handteller-große, in Alufolie eingewickelte Päckchen.
"Sie kosten jeweils 109 Mark. Der Preis liegt deshalb so hoch, da die Situation in Afghanistan in diesen Tagen denkbar ungünstig für die Lieferung dieser brisanten Ware ist" eröffnet er mir.

Ich zeige Verständnis, nehme die Päckchen, bedanke und verabschiede mich. Nachdem ich wieder im Auto sitze, ergreift mich ein beklemmendes Gefühl, da ich nicht bezahlt habe. Ich hoffe, daß Roland deswegen keine Probleme bekommt, und daß er mir keinen Ärger macht.

Zuhause in den Nachrichten, sehe ich, daß sich bin Laden in Glienchen aufhalten soll. Woher wußten die das? Etwa durch mich?